Tagung des HKA in Stargard vom 14.4.-17.4.2008
Dietrich Otto
Heimatkreisbearbeiter Stargard
Montag, den 14.4.: Es ist für uns immer ein Höhepunkt, direkt in Stargard zu tagen. Anwesend warenJürgen Willbarth, Ingrid Luczkowski, Heinz Serfass, Manfred Ueckert und Dietrich Otto. Gerd Richter war durch Krankheit verhindert. Den Anreisetag nutzen wir bei schönem Wetter zu einem ausführlichen Stadtrundgang. Wir, die wir tief mit dieser Stadt verwurzelt sind, frischen unsere Erinnerungen auf und entdecken praktisch überall etwas Neues. Das gibt uns Anregungen für unsere Publikationen (Jahresblatt, Kalender, Homepage).
Dienstag, den 15.4.: Dienstag und Mittwoch regnet es dann unaufhörlich. Niemand von uns hat je gesehen, dass die Ihna soviel Wasser führt. Die Koggen aus der Hansezeit hätten wieder verkehren können. Selbst der kleine Krampehl neben der "Kleinen Mühle", wo wir tagen und übernachten, ist zu einem reißenden Bach geworden. Vom Fenster aus sehen wir auf ein großes Überschwemmungsgebiet. Die Stadt Stargard bildete einen Krisenstab unter Leitung des Bürgermeisters.
Am Vormittag tagt der HKA unter sich. Hauptthemen sind die Vorbereitung des Pommerntreffens, wo wir wie immer präsent sein werden, und die geplante Stargardreise im September 2009. Gleichzeitig mit uns sind als Vertreter der Stadt ElmshornPeter Jepsen und Karl Klapcia in Stargard. Sie überbringen Hilfslieferungen für die Kinderheime und führen Gespräche im Rathaus.
Die Mittagspause nutzen wir zu einem Besuch der Gedenkstätte auf dem Friedhof, vorne links gelegen. Die Pflege hat die deutsche Minderheit übernommen. Wie immer finden wir die Anlage in einem gepflegten Zustand vor. Wir fügen unsere Blumen denen der Vorbesucher hinzu. Diese Gedenkstätte ist ein Anziehungspunkt für viele Stargard Besucher geworden.

Diskussion mit dem Verein "Freunde Stargards"
Am Nachmittag treffen wir erstmalig mit dem Verein der "Freunde Stargards" zusammen. Dies ist unser wichtigstes Anliegen auf dieser Reise.Gerd Richter hatte uns schon viele Hinweise auf die Arbeit des Vereins gegeben. Der Verein hat 50 Mitglieder. Er wurde im Mai 2000 gegründet. Anwesend sind der VorsitzendeDr. Jenkner, die JournalistinBozena Kuszela und 3 weitere Mitglieder, darunter ein Eisenbahnexperte. Die deutsche Minderheit ist vertreten durch ihren Vorsitzenden Daniel Buda und dem SekretärPiotr Nycz. Letzterer ist uns allen auch bekannt als Leiter des deutschen Soldatenfriedhofs in Glien. Als Dolmetscher fungierenKarl Klapcia und Piotr Nycz. Es findet ein anregendes zweistündiges Gespräch in entspannter Atmosphäre statt. Beide Seiten stellen ihre Aktivitäten bezüglich Stargard vor. Anschließend zeigtJürgen Willbarth seine neuesten Zeichnungen mit Stargard Motiven im Großformat.
Die "Freunde Stargards" sind sehr aktiv. Unter ihnen befinden sich auch einflussreiche Personen, die etwas durchsetzen können. Im Internet sind sie vertreten unter free.ngo.pl/tps_stargard. Sie waren beteiligt an einem Informationszentrums, verbunden mit einer Galerie. Die touristische Karte "Kleinod Pommerns" dürfte vielen Stargard Besuchern bereits bekannt sein. Der Verein war an der Vorbereitung einer Senioren Universität beteiligt und hat viele Veröffentlichungen, darunter Chroniken, herausgegeben. Natürlich waren wir uns alle einig, dass Stargard mit seinen vielen historischen Gebäuden die interessanteste Stadt in Hinterpommern ist.
Wir bitten darum, dass eine Broschüre, die die fast 800-jährige deutsche Geschichte darstellt, ins Deutsche übersetzt wird. An den Druckkosten würden wir uns beteiligen. Es wird eine Ausstellung über das Augustiner Kloster vorbereitet. Dabei wird auch über die Ausgrabungen berichtet. Die Ausstellung soll Mitte Mai im Museum eröffnet werden und eineinhalb Jahre gezeigt werden. Auch die Ausgrabungen auf dem noch unbebauten Gelände neben dem Markt erregen unser Interesse. Da mitHeinz Serfass auch auf unserer Seite ein Eisenbahnexperte anwesend ist, wird dieses Thema sehr ausführlich behandelt. Wir bitten darum, die alten Anlagen des RAW besichtigen zu dürfen, bevor sie verschwinden. Es gibt sogar Initiativen zur Belebung der Saatziger Kleinbahn, augenblicklich leider mit geringem Erfolg. Unter dem Rathaus wurde ein verfallender Keller praktisch entdeckt und mit großem Aufwand in einen Zustand versetzt, dass dort Veranstaltungen durchgeführt werden können. Die "Freunde Stargards" zeigen Interesse an den Exponaten unseres Heimathauses, sie sind herzlich zu einem Besuch in Elmshorn eingeladen. Es bleibt abzuwarten, ob es zu einer konstruktiven Zusammenarbeit kommt. Erst einmal sieht es günstig aus.
Anschließend unterhalten wir uns mit der deutschen Minderheit. Wir benötigen ihre Unterstützung vor allem bei dem Stargardtreffen 2009. MitSzyslaw Kosikowski, dem Wirt der "Kleinen Mühle" behandeln wir das ewige Thema, wann ist das neue Hotel "Speicher" bezugsfähig. Damit steht und fällt die Stargardfahrt 2009. Er macht uns große Hoffnungen, wir haben uns selbst davon überzeugt, dass bereits der Fußbodenbelag ausgelegt wird. Er ist immer sehr an unserer Homepage interessiert und übergibt uns Unterlagen zum Flugplatz in Klützow.
Mittwoch, den16.4.: An diesem Tag nehmen wir an einem Seminar zum Thema "Begegnung und Verständigung" teil. Das Seminar wird von der Pommerschen Landsmannschaft Thüringen unter Leitung vonJürgen von Blaustark durchgeführt. Etwa 30 Teilnehmer verfolgen die Ausführungen. Darüber wird sicherlich in der Pommerschen Zeitung ausführlich berichtet. Als erster sprichtHeinz Serfass über die 800-jährige deutsche Geschichte Stargards. Anschließend erläutertAgniezka Keszka, Mitarbeiterin für partnerschaftliche Zusammenarbeit im Rathaus Stargard, die Aktivitäten mit den 5 Partnerstädten Stargards. Mit Elmshorn besteht eine besonders enge Beziehung.

Seminar Begegnung und Verständigung
Am Nachmittag geht es um die Bedingungen, unter denen die deutsche Minderheit in Polen arbeiten kann. Nach dem Vortrag vonSigbert Czelaski gibt es eine lebhafte Diskussion. Die jeweiligen Beziehungen auf höchster Staatsebene zwischen Deutschland und Polen beeinflussen diese Bedingungen stark. Abschließend berichtetErika Murich von der Pommerschen Landsmannschaft Thüringen über die Verbindungen zwischen Thüringen und Pommern. Graf Hermann von Gleichen hat als Bischof von Cammin sehr zum Wohle Pommerns gewirkt.
Fazit: Diese Tagung des HKA Stargard war in unserm Sinne sehr erfolgreich und hat uns viele Anregungen für unsere weitere Arbeit gegeben. Unsere Heimatstadt Stargard ist ein unerschöpfliches Thema.Jürgen Willbarth arbeitet bereits an dem Kalender 2011. Danach hat er angeblich keine Motive mehr, das glauben wir nicht.
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