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Bericht über die Tätigkeiten und Veranstaltungen
der Deutschen Minderheit im IV. Quartal 2018

Ortsgruppe Stargard

Stargard, den 01.01.2019

                                                                                                                                                          

Wir freuen uns, dass Sie sich die Mühe gegeben haben, diese Seite zu besuchen. Ob Sie hier zum ersten Mal sind, oder zu unseren treuen Lesern zählen, sind Sie immer herzlich willkommen. Heute legen wir Ihnen unseren Bericht für das IV. Quartal 2018 vor, mit dem wir zeitnah über die Aktivitäten der Deutschen Minderheit in Stargard informieren möchten.

Letzte drei Monate des Jahres sind für uns immer eine arbeitsgeladene Zeit mit feststehenden Terminen. Ob ein Volkstrauertag oder ein Weihnachtsfest – wir sind entweder als Gäste oder als Veranstalter immer dabei. Der Herbst 2018 brachte endlich ein lang ersehntes milderes Wetter mit sich, was eine große Erleichterung nach dem überdurchschnittlich heißen Sommer war. Im November begann es fast jeden Tag zu regnen, so dass die Natur sich etwas erholen konnte (und wir mit ihr). Trotzdem sieht man, dass die Ihna immer noch zu wenig Wasser führt und die Pflanzen im Sommer sehr gelitten haben.

Da die Tage jahreszeitgemäß immer kürzer wurden, und wie erwähnt, das Wetter endlich Regen im Angebot hatte, verbrachten wir mehr Zeit in unserer Begegnungsstätte, was unserem Vereinsleben sicher nicht geschadet hat. Wir veranstalteten das traditionelle „Kartoffelfest“ und bereiteten uns auf den feierlichen Jahresabschluss im Dezember vor, der, wie in den Jahren zuvor, im Hotel „Speicher“ durchzuführen geplant war. Wir sangen deutsche Weihnachtslieder zur Vorbereitung für die nahende Großveranstaltung (bei etwa 60 zu erwartenden Teilnehmern dürfte diese Bezeichnung kaum übertrieben sein) im „Speicher“, bastelten in mühsamer Handarbeit Geschenke für eingeladene Gäste. Und trotzdem  fanden wir noch die Möglichkeit, kurze Fahrten nach Glien und Dramburg zu unternehmen. Aber am besten erzählen wir der Reihe nach und beginnen mit unseren Aktivitäten im Oktober:


Oktober 2018

Bibliothek Stargard

Biblothek in Stargard

Am 10.Oktober fand ein Treffen der in Stargard lebenden nationalen Minderheiten und Ausländern in der Stargarder Bibliothek in der Pyritzer Straße statt, zu dem wir von den polnischen Gastgebern eingeladen waren. Neben unserer Minderheit waren als registrierte Vereine auch die litauische und die ukrainische Minderheit vertreten, mit denen wir in einen intensiven Erfahrungsaustausch  treten konnten, denn manche Probleme sind uns gemeinsam. Es gab auch eine Möglichkeit, das Wort zu ergreifen und der breiten Öffentlichkeit unsere Ortsgruppe vorzustellen.

Interessant war es auch zu erfahren, dass mehrere Ausländer in Stargard leben, die gut integriert sind und positive Erfahrungen im Umgang mit der polnischen Mehrheit gemacht haben. Es handelte sich um einzelne Personen, die meistens aus familiären Gründen nach Stargard (meistens durch die Heirat mit der polnischen Partnerin) kamen und in keinem Verein organisiert sind. Anwesend waren ein Italiener, ein Serbe, ein Jordanier, ein Iraner und ein Kurde, die in Stargard eine neue Heimat, Arbeit und Freunde gefunden haben. Das Treffen dauerte fast drei Stunden und trug zur gegenseitigen Verständigung bei. Abschließend äußerten alle Teilnehmer die Absicht, am nächsten Treffen dieser Art teilnehmen zu wollen, das wahrscheinlich aber erst in einem Jahr stattfindet.    


Kartoffelfest

Kartoffelfest

Zwei Tage später, am 12.Oktober organisierten wir unser traditionelles „Kartoffelfest“, das mit entsprechenden Dekorationen an den kurz zuvor gefeierten „Tag der Deutschen Einheit“ erinnerte. Kollege Piotr Nycz hielt einen Vortrag über den Kartoffelanbau in Preußen und Pommern und erinnerte an die Verdienste des preußischen Königs um die Bekämpfung der Hungernot. Nicht ohne Grund gilt Friedrich II. bis heute als einer der wenigen deutschen Herrscher, die man „der Große“ nennt. Wer das Grab des Alten Fritz in Potsdam besucht hat, weiß, dass auf der einfachen Steingrabplatte dieses Königs immer ein paar Kartoffeln liegen.

Auf unserem festlich gedeckten Tisch spielten die Kartoffeln natürlich die Hauptrolle, wobei zu erwähnen ist, dass es sich um  echte pommersche Kartoffeln aus Hansfelde handelte. Sie wurden mit kleinen deutschen Fahnen dekoriert, wodurch ein Bezug zu Deutschland und dem 03.Oktober hergestellt wurde. Bei verschiedenen Kartoffelspeisen diskutierten später unsere Mitglieder nicht nur über Kochrezepte sondern auch über ihre persönlichen Erfahrungen mit der politischen Wende 1989 und ihren Folgen für sie und ihre Familien. Manchmal waren die Folgen positiv, weil sie endlich ihre Angehörigen im Westen ohne Probleme besuchen durften. Manche Folgen waren allerdings negativ, vor allem wenn die junge Generation auf der Arbeitssuche nach Deutschlang ging und das Familienleben darunter litt.   


Am 19.Oktober haben wir satzungsgemäß die Berichtsversammlung für die I.Jahreshälfte 2018 durchgeführt. Da es keine Probleme im Vereinsleben gibt, ging es grundsätzlich nur um verschiedene Berichte, die der Vorstand und die Prüfungskommission vorbereitet haben. Nachher hatten unsere Mitglieder noch etwas Zeit, um bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen und über ihre Sommerferien zu berichten.  


Todestag Daniel Buda

Gedenken an Daniel Buda

Am 29.Oktober begab sich der Vorstand unserer Ortsgruppe auf den Stargarder Friedhof, um zum 1.Todestag auf dem Grab unseres langjährigen Vorsitzenden Daniel Buda einen Blumenstrauß niederzulegen.


November 2018

Volkstrauertag in Glien

Volkstrauertag in Glien

Am 17.November fuhren wir nach Glien, um an der Gedenkstunde zum Volkstrauertag teilzunehmen. Unsere Abordnung mit 9 Personen bildete wie immer die größte Gruppe der deutschen Minderheit aus Hinterpommern (anwesend waren auch Kollegen von den deutschen Minderheiten aus Köslin und Stolp). Im Namen unserer Ortsgruppe legte der Vorstand einen Kranz in pommerschen Farben am Hochkreuz nieder und zündete später ein mitgebrachtes Grablicht an. Nach dem offiziellen Teil, den zum großen Teil „unser“ Pastor Riedel mitgestaltet hatte, hatten wir noch die Möglichkeit, mit Freunden und Bekannten ins Gespräch zu kommen. Es war zwar sonnig an dem Tag, aber warme Suppe und Kaffee, die die Kameraden von der Bundeswehr freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatten, nahmen wir gern ein. Vielen Dank!  


Volkstrauertag in Stargard

Volkstrauertag in Stargard

Am darauffolgenden Sonntag, dem 18.November trafen wir uns an der Deutschen Gedenkstätte auf dem Kommunalfriedhof in Stargard, um am Volkstrauertag der Stargarder Toten zu gedenken. Nach dem Vaterunser legten wir die Blumen nieder und stellten ein Grablicht vor der Gedenktafel auf.


Dezember 2018

Den Schwerpunkt unserer Arbeit im Dezember bildete das eingangs erwähnte Weihnachtsfest am 14.Dezember im angemieteten Restaurantsaal im Hotel “Speicher“. Nach einer monatelangen Vorbereitungszeit feierten wir unser bereits sechstes (seit 2013) Weihnachtsfest im vertrauten Hotel „Speicher“ – sicherlich ein Zeichen der guten Zusammenarbeit. Deshalb gilt unser besonderer Dank Herrn Kosikowski, ohne dessen Unterstützung unsere Feier kaum durchzuführen gewesen wäre. Auf Herrn Kosikowski ist immer Verlass!

Weihnachtsfest

Weihnachtsfest im Hotel Speicher

An unserer Feier nahmen insgesamt 58 Personen teil, davon die Hälfte aus Deutschland. Aus Platzgründen können wir an dieser Stelle nicht alle Gäste nennen, also nur eine kurze Auswahl: Unsere Freunde aus Penkun mit dem Pastor Riedel an der Spitze, der sozusagen von Amts wegen die Gestaltung des geistlichen Teils übernahm, Heimatfreunde vom HKA Stargard mit Herrn Jürgen Willbarth, Herr Horst Born von der PLM, Herr Erwin Krüger vom HKA Dramburg, Frau Helga Serfaß und Frau Marion Peters aus Schwerin, Familie Ueckert aus Hamburg und viele, viele andere. Die rege Teilnahme unserer Freunde aus Deutschland ist umso bemerkenswerter, als sie oft große Entfernungen (von über 500 Kilometer) zurücklegen mussten. Danke für Euer Kommen! 

Weihnachtsfeier

Weihnachtsfest im Hotel Speicher

„Alle Jahre wieder“ lautet der Titel eines bekannten deutschen Weihnachtslieds aus dem Jahr 1837 und so war auch der Ablauf unserer Weihnachtsfeier: Wie jedes Jahr  war alles wieder gut gelungen. Die Stimmung war ausgezeichnet, und deutsche Weihnachtslieder vereinten alle Anwesenden (unsere Gesangproben machten sich doch bezahlt!). Ein Novum war, dass wir in diesem Jahr zwei Weihnachtsmänner engagieren mussten - die selbstgebastelten Geschenke sorgten nicht nur für die Freude bei Bedachten sondern waren auch ziemlich fragil (viel Glas) und mussten deshalb vorsichtig vergeben werden. Den einen Weihnachtsmann spielte unser Kollege Alfons Tusk, in die Rolle des anderen schlüpfte Herr Kosikowski. Wer ihn kennt, weiß, dass er ein Verkleidungskünstler ist und oft lustige Einfälle hat. Seiner Rolle als der zweite Weihnachtsmann wurde er gerecht und sorgte für viel Lachen.    

Die Veranstaltung, die pünktlich um 16 Uhr begann, endete offiziell gegen 21 Uhr, für manche Teilnehmer aber erst kurz vor Mitternacht. Wer danach noch Kraft hatte, konnte unseren Frauen beim Aufräumen helfen…

Erwähnenswert ist die Teilnahme einer Abordnung der deutschen Minderheit aus Dramburg an unserer Weihnachtsfeier. Es war uns gelungen, im Jahr 2018 unsere Kontakte aufrechtzuerhalten und uns mehrmals zu treffen – mal in Stargard, mal in Dramburg. Die Entfernung nach Dramburg ist ja nicht so groß und wir hoffen auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit im neuen Jahr 2019.  


Weihnachtsfest in Dramburg

Weihnachtsfest in Dramburg

Man soll das Eisen schmieden, so lange es heiß ist - also fuhr gleich am 21.Dezember die vierköpfige Abordnung unserer Ortsgruppe nach Dramburg, um der Einladung zum Weihnachtsfest der dortigen deutschen Minderheit zu folgen und sie beim Singen der Weihnachtslieder zu unterstützen. Seit 2014 ist eine Art Tradition geworden, dass wir im Dezember unsere Kollegen besuchen – es war unser fünftes gemeinsames Weihnachtsfest, somit ein kleines Jubiläum. Die Veranstaltung in Dramburg war sehr gut gelungen, auch wenn die Teilnehmerzahl erheblich niedriger war als in Stargard. Das mag wohl daran gelegen haben, dass die meisten Mitglieder der dortigen Ortsgruppe nicht in Dramburg selbst, sondern in den umliegenden Dörfern wohnen und die Anfahrt mit dem Bus für sie schwierig wäre. Weil die Straßenbedingungen in diesem Jahr noch gut waren (kein Schnee, kein Frost) übernachteten wir in Dramburg nicht, sondern fuhren spät abends nach Stargard zurück. 


 

Mit beiden Weihnachtsfeiern ging das Geschäftsjahr 2018 zu Ende.  Beim nächsten Treffen am 04.Januar 2019 werden wir unsere Kollegen über das Weihnachtsfest in Dramburg informieren, und im Gegenzug von ihnen erfahren können, wo und wie sie mit ihren Familien Weihnachten gefeiert und das neue Jahr begrüßt haben.

Zum Schluss noch ein kurzes Resümee: War das Jahr 2018 erfolgreich für unsere Ortsgruppe?


Ohne lange Reden halten zu wollen, ist diese Frage eindeutig mit ja zu beantworten. Wir konnten unsere Arbeit fortsetzen und den Mitgliederschwund, der sich in anderen Ortsgruppen bemerkbar macht, vermeiden. Wir konnten sogar ein neues Mitglied gewinnen, und unsere Ortsgruppe zählt zur Zeit insgesamt 32 Angehörige. Damit bleiben wir die zweitgrößte Ortsgruppe in der Region und mit Abstand die aktivste. Es war uns gelungen, alle geplanten Veranstaltungen durchzuführen, an ungeplanten Veranstaltungen spontan teilzunehmen und Kontakte zu unseren deutschen Freunden aufrechtzuerhalten. Trotz unaufhaltsam steigenden Durchschnittsalters unserer Mitglieder gelang es uns, noch mobil zu bleiben und mehrere Male zu verreisen (10 Mal): Anklam, Rummelsburg, Glien oder neulich Dramburg sollen beispielhaft für unsere Fahrten stehen.

Im Jahr 2018 fanden 28 verschiedene Veranstaltungen in unserer Ortsgruppe statt. Dabei bemühten wir uns als Vorstand, ein möglich abwechslungsreiches Angebot zu unterbreiten: Gemeinsame Reisen, Veranstaltungen in der Begegnungsstätte, ein gemeinsames Singen oder das meisterhaft organisierte Weihnachtsfest in Stargard ließen keinen Wunsch offen. Das alles war nur deshalb möglich, weil alle gemeinsam, jeder nach ihm eigenen Fähigkeiten und Kräften, gearbeitet haben. Die ehrenamtlich geleistete Arbeit unserer Kollegen ist ein gutes Zeichen für das neue Jahr 2019. Bleiben wir konsequent, und das wollen wir ja, wird es weiterhin die Deutsche Minderheit in Stargard geben.

Neues Jahr

Wir möchten uns bei unseren Unterstützern aus Deutschland bedanken. Ohne Ihre Hilfe, ohne Ihre guten Ratschläge  hätten wir nichts erreichen können. Und Ihnen, liebe Freunde und treue Leser danken wir für das gezeigte Interesse an unserer Minderheit, für Ihre Geduld beim Lesen manchmal langatmiger Berichte und wünschen Ihnen allen ein gesundes, glückliches neues Jahr 2019!

Unser besonderer Dank geht an den Webmaster, der unsere Berichte liest, korrigiert und ins Netz stellt. Dass Sie diese Zeile im Internet lesen konnten, ist allein ihm zu verdanken. Vielen Dank Dieter für Deine stundenlange Arbeit am Computer. Und sei unbesorgt: Nächste Berichte kommen ganz sicher!

Bleiben Sie uns treu und bis zum nächsten Mal im Frühling! Dann werden wir Ihnen berichten, wie hart der Winter in Stargard war. Vielleicht wird er nicht so schlimm, wie manche befürchten?

Ihre Deutsche Minderheit in Stargard.

 

Piotr Nycz

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