Sozial-Kulturelle Gesellschaft
der deutschen Minderheit
Ortsgruppe Stargard
Bericht über die Weihnachtsfeier am 9.12.2011
Alle Jahre wieder kommt die schöne Zeit, in der wir uns der christlichen Tradition des Abendlandes entsinnen: Die Advents- und Weihnachtszeit. Dabei soll es nicht um den Stress und die Jagd auf möglichst schöne Geschenke gehen, sondern um den Kern der Sache: Die große Hoffnung für die Welt. Aus diesem Anlass veranstaltete die deutsche Minderheit Ortsgruppe in Stargard auch 2011 eine Weihnachtsfeier für ihre Mitglieder und deren Familien, die in diesem Jahr stärkere christliche Akzente bekam. Nach mehreren Vorstandssitzungen und Terminabsprachen war es endlich so weit: Am 9.12.2011 trafen unsere Mitglieder zur traditionellen Weihnachtsfeier, die in den Räumen der Minderheit stattfand, zusammen.

Es herrschte bereits feierliche Stimmung, als die ersten Gäste kurz nach 15 Uhr eintrudelten. Unsere Frauen hatten letzte Vorbereitungen in der improvisierten Küche getroffen, viel Selbstgebackenes stand bereit auf dem Tisch und verströmte einladend den zarten, Weihnachten ankündigenden Duft. Noch nie war der Weihnachtstisch bei uns so schön gedeckt wie in diesem Jahr – dieser Meinung waren alle Versammelten.

Kurz vor 16 Uhr erschienen die Vertreter des HKA Stargard (das Ehepaar Serfass), die am Vortag eigens zu unserer Feier gekommen waren. Für die Dauer ihres Aufenthaltes in Stargard hatten sie das Quartier im Hotel "Der Alte Speicher" bezogen. An dieser Stelle vielen Dank für ihr Kommen! Ein paar Minuten später kam auch der Pastor Riedel aus Penkun in Begleitung von zwei Personen, der im weiteren Verlauf unserer Veranstaltung aktiv mitwirkte. Er war zum ersten Mal bei uns – wir wollen hoffen, dass wir uns 2012 öfter wiedersehen werden.
Als pünktlich um 16 Uhr der Schein der brennenden Kerzen auf dem feierlich geschmückten Tisch den dunklen Raum erhellte, ertönte das Geläut der großen Glocke von der Marienkirche in Stargard. Diese Glocke konnte vor dem Einschmelzen noch gerettet werden und tut bis heute gute Dienste in einer evangelischen Gemeinde in Deutschland, wo auch die vorgeführte Aufnahme entstanden war. Tief gerührt von diesem Augenblick ergriff der Sekretär Piotr Nycz das Wort und begrüßte alle Gäste. Weitere Moderation übernahm dann Herr Erhard Grünbauer, der auch für die musikalische Umrahmung (deutsche Weihnachtslieder) sorgte.

Mit einer Schweigeminute gedachten die Gäste der verstorbenen Stargarder, die in letzter Zeit von uns gegangen sind. Viele von uns können sich ja an Ruth Hasselbusch, Gerhard Laabs, Heinz-Jürgen Torff und viele andere noch sehr gut erinnern.
Pastor Riedel ergriff dann das Wort und betonte die Bedeutung der christlichen Werte in der Weihnachtszeit. Das gemeinsame „Vater unser“ beendete den geistlichen Teil der Veranstaltung. Danach sprach Heinz Serfass im Namen des HKA Grußworte, die mit spontanem Beifall aufgenommen wurden. Nach den offiziellen Ansprachen präsentierten unsere Kinder (Geschwister Ulbrich) mit großem Engagement eine kurze Darstellung mit deutschen Gedichten.
Kaum waren sie mit ihrem Auftritt fertig, hörten wir eine laute Stimme im Nachbarraum und ein rot verkleideter Mann mit langem weißem Bart trat in Erscheinung. Der „minderheitseigene“ Weihnachtsmann hatte für jeden etwas in seinem Sack, und alle – sowohl Kinder als auch Erwachsene hatten viel Spaß bei der Bescherung. Auch unsere Gäste aus Deutschland wollten nicht tatenlos zusehen und überraschten uns dabei mit zahlreichen Weihnachtsgeschenken.

Nach dem gemeinsamen Singen des Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ konnten alle Teilnehmer verschiedene Weihnachtsgerichte probieren und sich gegenseitig zum nahenden Neuen Jahr beglückwünschen. Bei anschließendem Kaffee und Kuchen gab es die Gelegenheit dazu, Gedanken über verschiedene Themen (Kultur, Politik, neuste Entwicklungen in Deutschland und Europa) auszutauschen und Pläne für das kommende Jahr zu besprechen.
Die Weihnachtsfeier ging offiziell gegen 20.00 Uhr zu Ende. Nachdem die Gäste nach Hause gegangen waren, erfolgte das weniger Offizielle: Unsere fleißigen Frauen machten sich noch schnell an die notwendige Arbeit, wuschen das ganze Geschirr und brachten die Räume in Ordnung.
Unser Dank gilt allen Mitgliedern, die zum reibungslosen Ablauf der Veranstaltung beigetragen haben, vor allem aber unserer Schatzmeisterin Halina Sobczak, die alles organisiert und die ganze Zeit fest im Griff hatte. Unser herzlicher Dank geht auch an Herrn Erhard Grünbauer, der das Festprogramm ausgearbeitet, schöne deutsche Weihnachtslieder zusammengestellt und ein kleines musikalisches Programm angeboten hatte.
Am Weihnachtstreffen, das in Form eines gemütlichen Beisammenseins veranstaltet und mit finanzieller Unterstützung seitens des Bezirksvorstandes Stettin sowie mit Eigenmitteln organisiert wurde, nahmen insgesamt 26 Personen (darunter 5 Gäste aus Deutschland und 3 Kinder) teil.
Das Weihnachtsfest 2011 bleibt in unserer Erinnerung als eine besonders gelungene Veranstaltung (nicht zuletzt durch die Anwesenheit eines evangelischen Geistlichen), die das Gefühl der Zusammengehörigkeit in unserer Ortsgruppe stärken und die Kontakte zu unseren Freunden in Deutschland pflegen und enger knüpfen half.
Piotr Nycz
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